Freitag, 24. April 2015

Rezension: Bevor die Nacht geht von Patrycja Spychalski

Titel: Bevor die Nacht geht
Autorin: Patrycja Spychalski
Seitenanzahl: 288 Seiten
Genre: Jugendbuch
Reihe: Nein
Preis: 14,99 EUR
Verlag: cbt
Erschienen am 28.07.2014
www.cbt-buecher.de 


Klappentext:

Als Kim und Jacob sich an einem ganz normalen Samstagmorgen in der Berliner S-Bahn treffen, ist es Liebe auf den ersten Blick! Eigentlich wollte Kim nur einkaufen, doch als Jacob ihr erzählt, dass er Berlin nicht leiden kann, überredet sie ihn, mit ihr zu kommen – quer durch die Stadt, an all ihre Lieblingsorte. Jacob soll sich in Berlin verlieben … und vielleicht auch in sie. Doch für Jacob ist es der letzte Tag, bevor er am nächsten Morgen für ein Jahr weggeht. Obwohl es hoffnungslos ist, folgt er diesem Mädchen, das sich so unerwartet in sein Herz gemogelt hat, durch Straßen, Parks und Cafés … Einen Tag und eine Nacht haben sie – und jede Sekunde mit Kim pulsiert vor Leben, wie Berlin selbst.
 

Meine Meinung:

Der Klappentext hat mich sofort angesprochen. Ich liebe Bücher über Zufallsbekanntschaften die sich neu kennen- und lieben lernen.

In dieser Geschichte geht es um Kim und Jacob, die sich zufällig beim S-Bahn fahren in Berlin treffen. Ohne große Einleitung geht es sofort los.
Sie finden sich sympathisch und weil Jacob gerade nichts zu tun hat, folgt er Kim auf ihre Einladung hin, in ein Möbelhaus.
Eins kommt zum anderen und während Jacob zugibt, dass er Berlin noch nie mochte, kann Kim das gar nicht glauben. Sie möchte dem Jungen die Stadt aus einer ganz anderen Sicht zeigen. So wie sie Berlin sieht und liebt.

Die Kapitel werden abwechselnd aus Kim und Jacobs Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein. Sie kommt aus dem Sozialviertel Wedding und er aus einem guten Haus in Dahlem. Sie ist quirlig und optimistisch, er ist vorsichtig und handelt überlegt. Trotzdem stellen sich die beiden aufeinander ein und machen sich auf zu einem tollen Trip durch Berlin.

Der Schreibstil ist wundervoll leicht und die Seiten lassen sich einfach weglesen. Ich habe von der Autorin bereits "Fern wie der Sommerwind" gelesen und habe es sehr geliebt. Mit "Bevor die Nacht geht" hat sie sich aber in meinen Augen nochmal gesteigert. 
Sie trifft erneut den richtigen Ton und schafft eine wunderbare Atmosphäre, so dass man sich mit den Personen tief verbunden fühlt. Solche Bücher finde ich einfach genial.

Die Charaktere sind einfach total liebeswürdig und es macht Spaß mit Kim und Jacob unterwegs zu sein. Wie sie Essen gehen, Taxi fahren, Leute kennenlernen oder auch leicht verbotene Sachen machen. Die Unterhaltungen sind toll und es wirkt alles ziemlich realistisch. Nach und nach erfährt man mehr über die Hintergründe der beiden und hofft die ganze Zeit, dass Jacob am Ende der Nacht nicht nach Brasilien fliegen wird.

Es ist süß wie die beiden versuchen sich gegenseitig auszuloten um festzustellen, wie der jeweils andere sie findet. Besonders gut hat mir gefallen, dass die beiden Protagonisten in dieser Geschichte keine blöden Spielchen miteinander spielen. Es ist kein nerviges Hin- und Her, sondern man ist live dabei, wie die beiden sich ineinander verlieben.
Außerdem ist Jacob ein knuffiger Kerl und zur Abwechslung mal kein BadBoy, sondern jemand der sich vor Spinnen fürchtet und Mädchen gegenüber sehr unsicher ist.
Man wünscht sich, dass die Nacht nie zu Ende geht, aber das tut sie leider viel zu schnell.

Auch wenn die Erlebnisse jetzt nicht super spektakulär sind, ist es doch nie langweilig und wirkt authentisch.
Wer Berlin kennt, kann sich die Orte genau vor Augen führen (Sonnenallee, Spreepark, Landwehrkanal, sowjetisches Ehrenmal und noch viele andere). Man spürt Kims Liebe zu dieser Stadt und fängt an sie ebenfalls zu mögen.



Fazit:

Eine Geschichte über 24 Stunden Berlin, in der sich ein Junge und ein Mädchen, die aus unterschiedlichen Welten kommen ineinander verlieben. Das Buch bietet eine tolle Atmosphäre und gute Unterhaltung. Es macht einfach riesigen Spaß Kim und Jacob auf ihrem Ausflug zu begleiten. Ich habe jede Seite geliebt, daher vergebe ich alle 5 Sterne. Wer Liebesgeschichten mag, sollte das Buch unbedingt lesen. Außerdem ist es eine Liebeserklärung an Berlin.


Autorin:

Patrycja Spychalski, geboren 1979 in Starogard, Polen, zog im Alter von neun Jahren mit ihren Eltern nach Berlin. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Schauspielausbildung, wandte sich dann aber einem ganz anderen Bereich zu: Seit 2002 arbeitet sie in vielfältigen sozial-kulturellen Projekten mit Kindern und Jugendlichen. Sie schrieb schon mehrere Kurzgeschichten für Anthologien, bevor sie ihren ersten Roman „Ich würde dich so gerne küssen“ verfasste. Spätesten nachdem man dieses Buch gelesen hat, merkt man, dass ihre große Liebe der Rockmusik gilt - selbstverständlich neben ihrem Freund, ihrem kleinen Sohn Juri und ihren beiden neurotischen Katzen, mit denen sie in Berlin lebt.
(Quelle: Goodreads)

Kommentare:

  1. Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen und fand diese Geschichte ganz reizend!
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Hallo Martina,

      schöner könnte ich es auch nicht sagen.
      Liebe Grüße
      Andrea

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